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"Blindenführhunde haben es schwer.
Sie sind arm dran. Ständig müssen sie bei Herrchen oder Frauchen an der Leine
gehen! Nie dürfen sie mit anderen Hunden spielen und herumtollen!" |
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Warum halten sich diese Behauptungen nur so hartnäckig?
"Ja, das frage ich mich auch! Gestatten, mein Name ist Hardy und ich bin von
Beruf "BLINDENFÜHRHUND!"
Ich führe mein Frauchen zur Arbeit, begleite sie auf Reisen, in Geschäfte,
auf Märkte und einfach überall dorthin, wo sie gerne hin möchte. Es
macht mir riesigen Spaß aufzupassen, dass mein Frauchen nirgends dagegenläuft,
keinen Bordstein herunterstürzt und an Baustellen und auf dem Fußweg parkenden
Autos sicher vorbeikommt! Was ist denn daran so schlimm und bedauernswert, dass ich
arbeite und helfen kann? Wie viele meiner Artgenossen sitzen und langweilen sich den
lieben langen Tag alleine zu Hause, weil Herrchen und Frauchen erst spät von der
Arbeit kommen. Das wäre mir wirklich viel zu trostlos!
Klar, wenn ich arbeite, muss ich andere Vierbeiner links liegen lassen. Es wäre
ja für mein Frauchen auch recht unpraktisch, wenn ich beim Führen andauernd
meine Nase im Rinnstein hätte oder an Laternen herumschnüffeln würde.
Zum Spielen, Toben, Rennen und Schnüffeln nutze ich ja meine Freizeit und davon
bekomme ich reichlich, denn meine Chefin achtet sehr darauf, dass ich einen Ausgleich
zu meiner verantwortungsvollen Arbeit habe! |
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Was wir beide alles so anstellen und erleben
Auf unseren täglichen Spaziergängen kann ich in aller Ruhe die neueste "Waldhundepost"
lesen. Meistens hat Frauchen auch einen Kong oder Frisbee zum Spielen mit. Da geht's
ordentlich zur Sache, wenn ich einem Spielzeug hinterher jage! Denn nur fliegen ist
schöner! Im Sommer gehe ich auch gern baden, aber nur wenn Frauchen etwas zum
Apportieren ins Wasser wirft. Und da bin ich schon bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen,
dem Apportieren. Egal ob ich im Wald Bälle, Kongs, Stöckchen, Futterbeutel
und Frisbee bringe oder mich in der Wohnung mit dem Herbeischaffen und Aufheben von
z. B. Hausschuhen, Taschentuchpäckchen und heruntergefallenem Kleinkram nützlich
mache, Hauptsache ich kann "bringen" und "aufheben!"
Am Samstagvormittag gehen wir immer zur Spielstunde auf den Hundeplatz. Da kann ich
mich mal so richtig mit anderen Vierbeinern austoben, rennen und kampeln! Denn wenn
wir im Wald auf andere Hunde treffen, werden sie immer gleich mit folgenden Worten
an die Leine genommen oder zur Seite gezerrt: "Nein, mit dem darfst du nicht spielen,
der muss arbeiten!" Ach so? Ich frage mich allerdings, wie ich "arbeiten"
soll, wenn ich gerade im Gestrüpp stecke und meinen Ball suche, einen Frisbee
aus der Luft fische oder weit hinterher bummele, weil ich noch schnell Zeitung gelesen
habe? Nun, ich werde es mal erklären: Ich habe gelernt, Dienst von Freizeit zu
unterscheiden. Im Dienst trage ich ein Führgeschirr und in der Freizeit eine Kenndecke
oder auch nur ein Halsband wie jeder andere normale Hund auch. |
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Hundesport und Reiselust
Weiterhin sind wir begeisterte Fans von Hunde-Team-Rallyes = Hunde-Militarys. Kennengelernt
haben wir diese Militarys bei unseren Freunden in der Schweiz, wo wir bis jetzt schon
3-mal zu Besuch gewesen sind und auch jedes Mal an Hunde-Militarys teilgenommen haben.
In der Schorfheide findet seit 2004 einmal im Jahr eine Hunde-Team-Rallye statt. So
eine Hunde-Team-Rallye = Hunde-Military besteht aus einem Geländemarsch durch
Wald und Wiesen, über 8-10 km. Auf dieser Strecke sind verschiedene Posten verteilt,
bei denen man Punkte sammelt. Die Aufgaben sind aus unterschiedlichen Bereichen, z.
B. Obedience, Unterordnung, Schnüffelarbeit, Apportieren, Agility und Fragen für
die Zweibeiner. Leider sind solche Militarys=Hunde-Team-Rallyes in unserer Gegend noch
nicht verbreitet. Ähnlich geht es uns auch mit "Obedience", diese "Hohe
Kunst der Unterordnung" durften wir 2005 bei meiner Wurfschwester Hatty kennenlernen.
Trotz fehlender Trainingspartner versuche ich mich mit Frauchen an diesem echt tollen
Sport.
Natürlich verreisen wir auch gern! Ich war mit Frauchen schon in Dänemark,
am Gardasee, in der Schweiz im schönen Emmental, bei unseren Freunden in Hamburg
und im herrlichen Thüringer Wald.
Und nun kommt das ALLERWICHTIGSTE: Seit Juni 2007 habe ich eine Spielgefährtin
bekommen, eine Kurzhaarcolliedame namens "Katja". Das Tollste daran, Katja
ist meine kleine Schwester! Sie und ihr Frauchen, das ist die Schwester meiner Chefin,
sind jetzt oft mit uns gemeinsam unterwegs. Ob im Wald oder auf Reisen, zu viert macht
es einfach doppelt so viel Spaß! Meinem Kumpel "Gabe" in Hamburg habe
ich Katja im September 2007 vorgestellt und den Thüringer Wald haben wir zum Jahreswechsel
07/08 unsicher gemacht. Inzwischen ist Katja auch sehr spielfreudig geworden, was mir
hin und wieder gar nicht so passt! Da muss ich immer mein Frisbee oder meinen Kong
hergeben! Aber als großer Bruder lässt man der kleinen Schwester eben manches
durchgehen!
Mit diesem Bericht hoffe ich, etwas "Licht in das Freizeit-Dunkel" eines
Blindenführhundes gebracht zu haben.
Es wufft herzlich - Hardy!" |
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© Copyright Text/Design by Berit & Dorit Wagner - Textkorrektur mit freundlicher
Unterstützung von M. Peiler - © Copyright Fotos Dorit Wagner - Roswitha Krüger
- Marion Heyer - Anke Pahlke
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